Dort wo der Pfeffer wächst

Vor dem Khmer Neujahr, bekamen wir drei Tage frei und fuhren mit Nadia nach Kampot. Als Manager konnten wir einfach bei unserem Reiseveranstalter „Anny Tours“ anrufen und uns vor der Haustür abholen lassen. Wir lachten, als der Bus nach 200m anhielt und wir umsteigen mussten. Der neue Standpunkt von Anny Travel ist anscheinend nur eine Strasse weiter von unseren Bungalows. Dort stiegen noch ein paar Leute dazu und dann ging es auf, dahin wo einer der Pfeffer wächst.

Kampot ist aber nicht nur besonders, weil sie Heimat einer Weltberühmten Pfeffersorte ist, sondern auch durch ihren europäischen Charme lädt die Stadt am Fluss zum Verweilen ein. Noch dazu hat es dort wahnsinnig gute Restaurants. Mein Favorit ist definitv das„Simple Things“; ein kleines vegetarisches Restaurant mit riesigen Avocado Toasts und leckeren Smoothies.

Ein Teil der Köstlichkeiten
Eine Hand zum Essen, eine zum Streicheln, mehr braucht man nicht…

Nachdem wir Nadia das süsse Restaurant und die darin wohnenden noch süsseren Kätzchen vorgestellt haben, ging es weiter zur „L’Auberge du Soleil“…. einem Schweizer Restaurant! Dort gönnten sich Stephen und Nadia ein richtiges Raclette.

L’Auberge du Soleil: Raclette und Rösti
Kampot- Ein schönes, ruhiges Städtchen mit mitteleuropäischem Charme

Die Fahrt nach Kep war recht kurz, das Wetter gut, die Aussicht atemberaubend und gegen Ende waren sogar die Strassen fantastisch… nicht ein einziges Schlagloch!

Palmen und Kühe auf dem Weg nach Kampot

Wir checkten im „Khmer Guesthouse“ ein. Sympathisch, günstig, ruhig gelegen und sogar noch einen kleinen schwarzen Hund gab es zur Buchung dazu!

Den Rest des Tages verbrachten wir damit Kep zu erkunden. Zuerst fuhren wir an den Strand. Es war schön am Meer zu sein, doch war es sehr dreckig und auch sonst nicht einmal ein wenig mit den Traumstränden in Sihanoukville zu vergleichen.

Am Abend assen wir in einem kleinen Restaurant beim berühmten „Crabmarket“. Meeresfrüchte, für die diese Gegend so bekannt ist, hat aber von uns niemand bestellt. Mit dem Geräusch von Krabben im Hintergrund, auf die in der Dunkelheit gewaltvoll eingeschlagen wurde, liess es sich eher schwer die Gemüse-Nudeln, den Reis und die Pommes geniessen.

Am nächsten Tag machten wir eine Art Wanderung. Warum haben wir das in Thailand nicht auch so gemacht? Viele Wege durch den Kep Nationalpark sind gut mit dem Motorrad befahrbar und es ist erstaunlich, wie viel man von einer Wanderung hat, wenn man nicht in der Hälfte schlapp macht. (Siehe Blogeintrag „Der unbezwingbare Doi Chiang Dao“)

Die Höhenmetter legten sich einfach zurück mit Motor unter dem Hintern
„Remarkable fig tree“ Kep Nationalpark

Als wir beim chicen Nationalpark Restaurant „La Veranda“ für den Mittag Halt machten, fing es an zu stürmen und es regnete ganze Wasserfälle über die grüne Dschungellandschaft. Das Curry in der halben Ananas war aber vorzüglich!

Als sich der Monsunregen für einen Moment beruhigt hatte, fuhren wir rasch zurück zum Gästehaus und verbrachten den Nachmittag und Abend damit dem Gewitter zu lauschen und Serien zu schauen.

Am letzten freien Tag machten wir eine Schlaufe auf dem Weg zurück nach Kampot und fuhren vorbei an endlosen Salzfeldern. Zu Pfeffer gehört schliesslich auch Salz!

Wir genossen die Einfachheit der ländlichen Gegend und die Ruhe.

Kleines Dorf in der Nähe vom Meer

Wir besuchten einen weiteren Strand, den „Angkul Beach“, der mit den vielen bunten Fischerbooten zwar nett anzusehen war, aber nicht zum Baden einlud. Hier galt wirklich „Der Weg ist das Ziel“.

Schliesslich kamen wir in Kampot an, gaben unsere Motorräder zurück und fuhren mit Anny Tours heim.

Hier eine kleine Anekdote zu Busreisen in Kambodscha:

Wir fragen den Busfahrer ein zweites Mal: „Can you stop at Otres Village, please?“. Wieder schaut er uns nur steif an, dann meint er knapp: „No.“

Okay, dann eben nicht.

Zwei Stunden später auf der grossen Hauptstrasse zwischen der Ausfahrt nach Otres Village und Sihanoukville, der Bus hält an. Der Fahrer redet am Telefon, niemand weiss, was gerade passiert. Nach einer Weile warten und dem Busfahrer beim Telefonieren zuhören und doch nichts verstehen, wendet sich der Mann auf dem Beifahrersitz an uns: „Ich glaube, er sagt, er habe die Ausfahrt nach Ortes Village verpasst.“. „Offensichtlich hat er das, die ist da Hinten, aber wir fahren doch direkt nach Sihanoukille?“ Frage ich verwirrt. Wieder Stille. Stephen nimmt sein Handy hervor und zeigt auf die Strassen auf der Karte. „Es ist die einzige Ausfahrt nach rechts, wenn man 1km zurück fährt.“ Der Busfahrer sieht die Karte an, dann steigt er aus und telefoniert erneut. Schliesslich wird es einigen Gästen zu doof im Bus zu warten und sie steigen aus. Wir versuchen dem Fahrer zu erklären, dass, wenn das ihm zu grosse Umstände macht, er doch einfach nach Sihanoukville fahren soll. Er nickt und telefoniert weiter.

Nach einer halben Stunde weist der Busfahrer alle an wieder einzusteigen. Er fährt über die Strasse auf die andere Spur und fährt vielleicht 100m zurück. Dann hält er wieder an. Kurz darauf folgt ein riesiger Lilafarbener Reisebus, der im Licht der vorbeirasenden Autos erstrahlt. „Phnom Phen? Phnom Phen!“ Ruft der Fahrer. Einige Gäste wühlen verwirrt nach ihrem Gepäck und steigen auf die befahrene Strasse, dann in den grossen Bus. Während der lila Bus mit der Hälfte unserer ehemaligen Leute nach Phnom Phen fährt, stehen wir immer noch da wie bestellt und nicht abgeholt.

Schliesslich taucht ein weiterer Bus, identisch zu unserem, auf. Eine kleine Frau steigt aus und rennt mit einem kleinen Benzinkanister auf uns zu. Der Fahrer steigt aus, sie füllen den Kanister in den Tank, dann steigt er wieder zu uns ein. Bevor die Frau jedoch in ihren Bus steigen kann, hält es einer unserer Mitreisenden nicht mehr aus: „Madame! Fahren Sie nach Sihanoukville?“ ruft er ihr verzweifelt hinter her. Sie hält an und ruft: „Ja!“ „Bitte nehmen Sie mich mit!“. Er steigt mit seinem Rucksack aus und rennt am Strassenrand entlang zu ihr. Sie nickt. Gleich darauf steigt ein weiterer Passagier aus. Unser Busfahrer schaut in die Runde. „Otres Village?“ Nadia, Stephen und ich heben zögernd eine Hand. „Sihanoukville?“ Die restlichen Passagiere heben ihre Hand.

Schliesslich schmeist der Fahrer alle bis auf uns drei aus dem Bus. Dann fährt er uns persönlich nach Otres Village.

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