Ab in den Süden

 

laoskartesud

„No food.“ sagt die Angestellte lustlos, nachdem sie uns 15 Minuten im Café sitzen liess und elegant ignorierte. Etwas genervt verabschieden wir uns und suchen mit unserem gesamten Gepäck auf dem Rücken einen anderen Ort, um vor der Weiterreise noch kurz was zu frühstücken. In der Nähe finden wir ein Lokal, das zwar etwas teurer ist, aber dafür bekommen wir zackig Rührei, Brot und Früchte und den bekannten, bald verhassten, Lao-Kaffee.

Gestärkt steigen wir in den ersten etwas grösseren Stray-Minibus ein. Der Bus wackelt und rüttelt und so manche werden mit der Zeit etwas bleich im Gesicht. Auf dem Weg nach Xe Champone halten wir bei einem Markt an, auf dem nur Bananen verkauft werden.

banana

Die Bananen sind aber nicht für uns gedacht, sondern für eine schar wilder Affen, die wir mit Stray im Dschungel besuchen gehen. „UH UH UH UH UHOOOOUHUOOOOU!“ Mit merkwürdigen Rufen schreitet unser Guide voran und führt die Gruppe durch die Hitze. Nach einer Weile lässt er uns im Dschungel stehen und sucht alleine weiter. Von weitem hören wir seine schrägen Rufe und fragen uns, ob die Affen davon angelockt oder doch eher abgeschreckt werden. Zu unserer Überraschung kommt der Guide tatsächlich bald mit einem riesigen Grinsen zurück zu uns und mindestens Hundert wilde Affen folgen ihm. Die Kerlchen sind ganz schön gewitzt und greifen frech nach den kleinen Bananen. Sie bedanken sich aber immerhin mit einem riesigen Grinsen, bevor sie zurück in den Dschungel hüpfen.

 

Manche von ihnen sind aber auch ganz klein und scheu und man kann ihnen die Bananen hinlegen. Sie schleichen sich dann langsam an ihren gelbe Beute heran, packen mit beiden Händen fest zu und zerfleischen diese innert Sekunden. Die Affen waren echt ein Erlebnis.

Tempeloutfit

Wir besuchen eine Tempelanlage, die so heilig ist, dass man nicht einmal auf dem Grundstück Schuhe tragen darf. Drei alte Frauen kleiden unsere Gruppe von zehn Leuten neu ein. Die Männer bekommen ein weisses Spitzentuch über die Schulter gebunden, die Frauen ebenso, zusätzlich aber noch schnüren sie uns traditionelle Röcke um die Hüften. So besuchen wir eine Buddha-Allee und die älteste Bibliothek Laos‘. Die Bücher (in Stoff eingewickelte Rollen) werden in einem kleinen Holzhaus auf Stelzen auf einem Fluss aufbewahrt. Damit seien sie sicher vor Feuer, sagt man uns. Ironischerweise stehen in der Bibliothek mehrere Kerzen als Zierde.

Danach besuchen wir einen roten See mit Schildkröten und unser Guide schafft es tatsächlich auch diese Tiere mit seinen Rufen zu bezirzen.

Zum Schluss besuchen wir noch einen letzten Tempel, der uns trotz Hitze das Blut in den Adern gefrieren lässt. Zum ersten mal können wir die Spuren der Bomben direkt sehen. Die Rinde der Bäume ist immer noch von tiefen Kratern versehrt und die Tempelmauern haben überall Löcher. Die Löcher im Boden, wo die Erde weggefetzt wurde, hat man mit Sand wieder aufgefüllt. Da es unter dem Tempel im Boden immer noch Bomben gibt, die bis heute nicht explodiert sind, darf man auf dem gesamten Gelände kein Feuer machen. (Die Hitze im Boden kann die Bomben auslösen). Schluckend laufen wir über den Bombenversehrten Boden und betrachten die verwüstete Landschaft. Die Tempel bis jetzt schienen immer ein Ort des Friedens und der Hoffnung zu sein und sich jetzt vorzustellen, wie vor 40 Jahren die Dorfbewohner, die sowieso nichts hatten, alles verloren und um ihr Leben rannten, das ist fürchterlich. Ich bin froh, als wir zurück zum Bus gehen. Seufzend blicke ich zurück und sehe ein paar kleine Kinder, die spielend über den Rasen rennen und vielleicht nicht einmal wissen, wie so eine Bombe aussieht.

 

Wir erholen uns am Abend von diesem langen und eindrucksvollen Tag in der Stray Unterkunft in Xe Champone.

Von Xe Champone geht es am nächsten Tag weiter nach Pakse. Wir fahren 5 Stunden zu einem atemberaubenden Wasserfall, baden und degustieren dann verschiedene Teesorten. Am Abend gehen wir alle zusammen Indisch essen und geniessen die Aussicht auf einer Dachterrasse.

wasserfall

Die Strassen auf dem Weg von Pakse nach Don Det sind zwar viel ebener, als die der letzten Tage und doch ist die Reise ein regelrechtes Abenteuer. Stephen zündet tapfer noch eine Zigarette an, es könnte ja seine letzte sein. Skeptisch betrachten wir beide das zusammengebastelte Gefährt, welches uns und den Bus über den Mekong befördern soll.

fullboat

Nicht nur unser Bus, sondern auch ein Traktor, zwei Autos und ein Motorrad werden aufgeladen.

Lao Style: Drei alte Boote, ein paar Bretter und voilà- eine Fähre.

Wer denkt, dass das nicht schon gruselig genug war, der hat sich mächtig getäuscht. Wir besuchen danach Vat Phou, eine uralte, ehemalig Hinduistische Tempelstadt, wo man früher Menschen an die Göttern opferte.

watpho

 

Weiter geht es auf einem kleinen Motorboot auf die paradiesische Insel Don Det…

 

 

 

 

 

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