Das grüne Tal- oder der Bermuda-Effekt

Das letzte, was man von Nadia hörte, war dass sie von Ayutthaya weiter nach Chiang Mai reiste und dort in der Nähe stecken blieb. Wieso man ausgerechnet nach nur einem Reisetag mitten im Nirgendwo im WINTER hängen bleibt, war uns ein Rätsel.

Nach unserem Aufenthalt im Monsun auf Koh Phangan und ein paar Tagen krank sein erneut in Bangkok, waren wir ready unsere Reise richtig zu beginnen.

Wir trafen uns mit anderen Stray Bus Reisenden um 9:30 Uhr in der Khao San Road, stiegen nach einem kurzen Info Meeting in den kleinen Bus und fuhren eine gute Stunde nach Ayutthaya. Dort assen wir im Lucky Guesthouse, machten eine Bootstour durch den Fluss und besuchten drei beeindruckende Tempel und kühlten uns danach im Pool ab. Wir nahmen ein paar Wochen nach Nadia auch um 19:45 den Nachtzug nach Chiang Mai. Gleich nachdem wir eingestiegen sind und unsere Rucksäcke unter den Sitzen verstauten, kommt auch schon der Zugführer. Wortlos stellt er im ganzen Wagen die Sitze zu Betten um. „Ich will aber noch nicht ins Bett“ murmelt Stephen leise, der bereits im provisorischen Bett sitzt, als der Zugführer ihm ein Kissen in die Hände drückt. nighttrain

Als wir am Morgen mehr erschöpft als erholt im Norden Thailands erwachen, sind wir bereit die Gruppe zu verlassen und Nadia zu besuchen. So ein, vielleicht auch zwei Nächte sind der Plan. Am Bahnhof frühstücken wir erst, dann suchen wir eine Bushaltestelle. Wir fahren mit einem kleinen öffentlichen Bus inklusive Klimaanlage durch halb Chiang Mai zu einem Bus Terminal, nur um dort zu erfahren, dass wir am falschen Ende der Stadt sind. Wir steigen also wieder in einen weiteren Bus und hoffen dieses Mal fündig zu werden.

Plötzlich hält der Bus abrupt an. Weit und breit ist keine Haltestelle in Sicht. Trotzdem steigt eine Frau, die gleich hinter dem Fahrer sass, aus. Der Bus fährt nicht weiter. Er wartet. Die Frau läuft nach vorn zu einem Imbissstand und bestellt etwas. Der Mann am Grill packt ihr etwas Fleisch ein, sie bezahlt und läuft gemütlich zurück zu uns. Als sie wieder eingestiegen ist, fährt der Bus weiter Richtung Terminal.

Dieses Mal sind wir richtig. Für 40 Baht holen wir uns zwei Tickets nach Chiang Dao. Der Bus ist alt und hat keine Klimaanlage. Wir quetschen uns auf ein schmales Bänkchen mit drei Sitznummern. Rund um uns sitzen Schüler und so fahren wir eine Station weit. Nach anderthalb Stunden erwache ich irgendwo im Grünen. Weit und Breit nichts als Bäume und einfache Häuser. Wir sind da in Chiang Dao, der Stadt der Sterne.

Freudig umarmen wir Nadia, als wir mit einem Taxi bei der Cave Bar ankommen. Wir bezahlen gleich für zwei Nächte und bringen unsere Sachen in eine kleine Hütte im Garten. Nachdem Mittagessen verlängern wir unseren Aufenthalt schon auf eine ganze Woche. Nun eine Woche später, wissen wir, dass wir Weihnachten auch hier verbringen werden.

Doch wieso kommt man hier nicht weg?

Viel gibt es hier wirklich nicht. Es gibt wie bereits erwähnt Bäume, Büsche, Hügel und einen riesigen Berg. Ab 17:00 Uhr ist die Bar offen, wo ab und zu ein paar Leuten gemütlich sitzen, Billard spielen oder einen Nagel in ein Stück Holz hämmern. Vis-à-vis gibt es ein Thai Restaurant. Fai kocht dort liebevoll und nimmt sich alle Zeit der Welt für ihre Gerichte. Ihr vierjähriger Sohn Ahm spielt oft bei uns den ganzen Abend. Dass wir kein Wort, von dem was er sagt, verstehen, kümmert den Kleinen wenig und er erzählt uns munter weiter von seinen Spielsachen. Am Abend holt sein Vater ihn ab, Ahm verbeugt sich mit einem süssen „Khop khun khab.“ und rennt über die stille Strasse.

Die Strasse rauf nach links gibt es ein „Nest 1“, wo man gut frühstücken kann, die Strasse runter nach rechts gibt es das „Nest 2“, gut zum Mittag essen. Zwischendrin ist das „Bulldog“, wo wir ab und zu Burger und Spagetti holen.

scooter

Nadia lehrte uns das Motorradfahren und so können wir auch Ausflüge zu abgeschiedenen Wasserfällen und heissen Quellen machen oder wir trinken den ganzen Nachmittag Kaffee auf einem Reisfeld.

Es ist nicht viel, aber es genügt vollkommen.

hotspring

 

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