Das Häufchen Bangkok

Den Verkehr in Bangkok kann man mit vielem vergleichen;

Zum Beispiel mit einem Haufen Waldameisen, in welchem Millionen Tierchen in alle Richtungen gleichzeitig krabbeln. Unglaublich chaotisch, kompakt und überfüllt und doch auf eine überraschende Weise organisiert und effektiv. Wie Ameisen lassen sich die Tuk Tuk, Motorräder und Taxis nicht beirren auf ihrem Weg, weichen jedem Hindernis gekonnt aus und passen aufeinander auf. Nun multipliziere man die Geschwindigkeit der einzelnen Ameisen im Haufen um ein vielfaches und man hat eine Art Mini-Bangkok vor sich.

So niedlich wie die Vorstellung eines Mini-Bangkoks ist das grosse Bangkok aber gewiss nicht. Es riecht stark aus allen Ecken, manchmal auch etwas eklig. Als Mitfahrer auf einem Tuk Tuk, kann einem schon mal übel werden- und das liegt bestimmt nicht nur an der riesigen Menge Abgas die man auf den Strassen einatmet. Diese Linien am Boden, recht gerade, gelb und weiss, manchmal gestreift sind keine Deko, werden aber genauso behandelt.

Du fährst in die Falsche Richtung? Kein Problem du fährst einfach über sämtliche Linien und kehrst auf der Strasse um, auch wenn du kurz „gegen den Strom“ fahren musst.

Die Ampel ist rot? Na und? Bis sie grün wird, werden wir plötzlich noch grau. Also Vollgas weiter!

Der Verkehr ist so dicht, dass du dich nicht einmal mehr halsbrecherisch durch ein paar Lücken quetschen kannst, okay, dann hältst du eben doch mal an und nutzt diese Zeit um deine Nägel zu knipsen.

Bis wir herausfanden, dass man mit Tuk Tuk Fahrern über den Preis diskutieren kann, vergingen leider ein paar Tage. Doch dann versuchten wir unser Glück nachdem wir den Wat Pho Tempel besucht hatten.

„Royal China Town Hotel, please.“

„300 Baht.“ meint der Tuk Tuk Mann trocken.

Wir schwitzen, versuchten aber cool zu bleiben : „50“

Sein Gesicht verzog sich, als hätte ihm jemand einen Kratzer in den Lack seines Tuk Tuk’s gekratzt. Er rief etwas zu einem anderen Fahrer.

Wir versuchten es mit: „100 Baht“. Doch er schaute uns nicht einmal mehr an und redete einfach weiter mit dem anderen Mann neben ihm. Etwas gedemütigt von unserem ersten Versuch zu märten liefen wir eine Weile durch die Hitze. Der nächste Versuch klappte dann doch. Wir konnten ganze 50 Baht herunter handeln! Das ist etwa 1 CHF. Immerhin. Als wir bei unserer Destination ankamen, merkten wir aber, dass wir nur eine 1000er Note dabei hatten. Der Fahrer konnte, oder wollte uns nicht wechseln, also holten wir beim ATM Geld. Dann realisierten wir, dass wir für diese 5 CHF weitere 5 CHF Gebühren bezahlten.

Aus jedem Misserfolg kann man etwas lernen.

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