Das Rennen an den Hafen

(Da mein Rucksack, mitsamt Tagebuch nur Wochen nach meiner Südamerikareise gestohlen wurde, versuche ich nun meine Erlebnisse mittels meiner eigenen Erinnerung und WhatsApp-Nachrichten zu rekonstruieren.)

13. März 2017 Nicaragua – Voice Message an Jina

Hey Jina! Ich hatte solch einen verrückten Tag. Gerade heute morgen war ich noch in Nicaragua auf der Isola Ometete. Wir waren in diesem Lokal um noch etwas zu frühstücken vor der Reise nach Costa Rica. Acht Leute waren wir an einem grossen Tisch im Innenhof gleich neben unserer Unterkunft. Viele Pflanzen schmückten den Hof, doch besonders aufgefallen ist mir ein Gemälde von einem Vulkanausbruch. Die Leute rennen panisch Richtung Hafen während hinter ihnen der Vulkan Feuer speit. (Die Insel hat zwei Vulkane). Alle bestellten ihr Essen, doch dann plötzlich fing jemand an zu stressen, dass man nun unbedingt packen gehen solle, da das Schiff bald abfahre. Ich hatte bereits gepackt und war entsetzt darüber, als sich 6 Erwachsene erhoben und immer noch Unmengen an Smoothies, Früchten und Pancakes zurückließen. Mein Blick traf der einer jungen Costa Ricanerin, meiner frischangeheirateten Cousine Carina. Ohne viel zu reden, versuchten wir unser Bestes die Reste nicht zu verschwenden und assen so schnell wir konnten. Während die Uhr immer weiter tickte und unsere Bäuche sich immer mehr füllten, kamen auch wir langsam in den Stress. Die Fähre wollten wir nun wirklich nicht verpassen. Noch drei Minuten!

„Komm wir müssen rennen!“ Und wir rannten wie die Leute auf dem Gemälde.

Vollgestopft und mit Zucker an den Fingern und um den Mund rannten wir die Vulkaninsel runter zum Hafen, wo das Schiff bereits wartete. Von weitem winkte uns jemand zu und ich rannte noch schneller, als plötzlich die Schritte hinter mir abrupt aufhörten. Besorgt hielt auch ich an und drehte mich zurück.

Carina hüpfte angestrengt unter einem Baum auf und ab. Ich kräuselte meine Lippen bis ich die wunderschönen, perfekten, kleinen Mangos am Baum erkannte. Mein Gesicht hellte sich auf. Mit einem breiten Grinsen hüpfte auch ich unter dem Baum. So holten wir uns zwei Früchte vom Baum und lachten uns zufrieden an und erinnerten uns plötzlich wieder an das Schiff am Hafen, welches jeden Moment ohne uns losfahren könnte.

„LOOS!“

Wir rannten weiter mit unseren Schätzen und schafften es tatsächlich rechtzeitig auf das Schiff.

 

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